In Erinnerung an Dani und Dennis
365 Tage o. Dani

Dies ist eine kostenlose Homepage erstellt mit hPage.com.

365 Tage ohne Dani !

 

 

( Eric Clapton - River of Tears )

15.06.2010

"Unsere kleine Maus"

365 Tage ohne Dich!

Ein Jahr ist schon vorbei und es kommt uns vor als ob es nur eine Woche war.

Wie soll ich anfangen?

Liebe Dani !

Es hat sich so vieles geändert, Papa und ich haben uns verändert, einige Freunde sind nicht mehr so wie sie mal waren und es sind alte liebe Freunde von früher wieder in unser Leben getreten und stehen uns nun zur Seite.

Die ersten Tage, nachdem wir die schreckliche Nachricht erfuhren, werden uns nie wieder aus dem Kopf gehen.

Wir hatten so viele Fragen, teilweise auch immer nur die Frage WARUM? , WIESO  DU??

Immer wieder konnten wir nur weinen, Papa und ich haben uns immer wieder gegenseitig versucht zu trösten.

Papa hat noch in der selben Nacht versucht zu Fuß zur Unfallstelle zu gehen um zu sehen was da geschehen ist, um es überhaupt glauben zu können, aber er schaffte es nicht, er hatte die Kraft nicht mehr.

Am nächsten morgen ist Frank dann mit Papa hin gefahren und Papa musste es glauben.

Es war dann immer irgend jemand bei uns, um uns zu helfen und zu trösten,

war ja dann auch viel zu erledigen, wir mussten den Bestatter informieren und alles mit ihm besprechen.

Als es dann hieß:

Am Donnerstag den 18.06.09 um 11:00 Uhr ist die Beerdigung, ich war so erschrocken, ich hätte es am liebsten noch lange verschoben, weil ich dich nicht gehen lassen konnte, aber leider ich musste es.

Dann kam der Tag als wir uns von euch verabschieden mussten, immer wieder habe ich gesagt das ist nicht meine Dani die da liegt, was hat der Mann da angerichtet, was hat er getan, reichte es nicht das er Dir das Leben genommen hatte, musste er dir auch noch deine Schönheit nehmen, aber Papa ging dann mit mir raus sagte ich solle mich auf deine rechte Seite stellen, das habe ich dann auch gemacht und 

Du schliefst nur, meine kleine Maus.

Wie gern hätte ich Dich aufgeweckt aber es ging nicht, du wolltest nicht wieder wach werden.

Nie wieder.

Wir konnten und wollten es nicht verstehen und begreifen schon gar nicht. 

Wir haben dann deine Wünsche erfüllt und dir die Sachen die du gerne mitnehmen wolltest, mit gegeben. Deine Gacki (Kuscheltier von der Geburt an ) haben wir dir in die Hände gelegt, damit sie ganz nah bei dir ist. 

Wir haben dann alles mit Manfred und Meike besprochen, weil wir ja alle wollten das Du und Dennis zusammen bleiben solltet.

Dann kam die Beerdigung 

alle Freunde die bei uns waren haben sich neu eingekleidet, wie du es in deinem Brief gewünscht hast.

So waren alle in rosa und und weiß gekleidet.

Die Kirche war wunderschön geschmückt und es waren über 650 Menschen da um sich von euch Beiden zu verabschieden.

Simon (Dennis Sandkastenfreund) hat dann für euch euer Lieblingslied auf der Gitarre gespielt und gesungen.

Papa und ich haben alles nur wie in einem schlechten Traum wahr genommen oder als ginge es gar nicht um euch.

Wir haben immer nur gedacht, das ist alles nur ein böser Traum und wir werden gleich wach.

Aber wir wurden nicht wach. Es war leider kein Traum.

Nach der Beerdigung sind wir dann mit unseren Freunden nach Hause gefahren und haben zusammen gesessen.

Als es dunkel war haben wir dann Teelichter auf den Pool gesetzt und Himmelslaternen zu euch geschickt.

Die Tage danach, ich kann es gar nicht mehr sagen wie sie vergingen, wir waren nicht wir selbst.

Wir haben immer wieder zur Tür geschaut oder aufs Handy, in der Hoffnung, du kommst gleich rein und rufst :

Vatti, Mormi seit ihr da?

Oder das eine Nachricht auf dem Handy ist.

Nein, es passierte nichts...weil du nicht mehr da warst.

Papa hat alles geregelt, mit unseren Arbeitsstellen und alles was dazu gehörte, ich war nicht in der Lage irgend etwas zu regeln, alle Gedanken liefen durcheinander, ich konnte einfach nicht mehr klar denken.

Wir haben ständig Alpträume gehabt in der Nacht, wenn wir dann wirklich mal schlafen konnten. 

Ich hatte ganz oft den Gedanken, das du unter dem Auto gelegen hast und immer wieder gerufen hast :

"MAMA, MAMA, BITTE HILF MIR"

Wir wussten, das es nicht so war, weil der Arzt uns gesagt hat das du sofort tot warst und ganz bestimmt nichts mehr gespührt hast.

Papa hat immer wieder gesagt: Warum durfte ich nicht ich auf die Fußgängerampel drücken, damit ihr nicht auf den Verursacher trifft und nichts passiert. Immer wieder denkt er das und fühlt sich so hilflos und Ohnmächtig weil er Dich nicht retten durfte und konnte.

Es ist so gemein und grauenvoll.

 Solche Gedanken kommen trotzdem immer und immer wieder.

Jetzt wurden wir wieder auf eine harte Probe gestellt.

Wir mussten euer Apartment, wo ihr euer kleines schönes gemeinsames Nest hattet ausräumen,der Gedanke war so schrecklich dieses nun alles auseinander zu reißen, was eigentlich für immer zusammen bleiben sollte.

Es fiel uns vieren so schwer.

Angekommen in eurem Nest, kam es uns so vor als wäret ihr nur für 5 Minuten aus dem Haus gegangen.

Die frisch gewaschene Wäsche war auf dem Ständer, das Geschirr stand auf der Spühle. Das Mittagessen stand noch auf dem Herd.

Man dachte ihr kommt gleich zur Tür wieder herein, aber natürlich konntet ihr das nicht mehr.

Nun fingen wir an eure Sachen einzupacken. Papa und Manfred haben dein schönes Kuschelsofa und Dennis Bett nach unten getragen. Meike und ich haben deine und Dennis Kleidung eingepackt, bei dem Geruch von eurer Kleidung mussten Meike und ich immer wieder weinen, es roch alles so schön nach euch.

 Die kleinen Briefchen die ihr euch gegenseitig geschrieben habt, haben wir natürlich auch gefunden und es hat uns nur wieder bestätigt, wie sehr ihr euch geliebt habt.

Euer Nest war so kuschelig und ihr hattet es so liebevoll eingerichtet.

Das mussten wir nun zerstören.

Es tat so weh.

Als wir alles fertig eingepackt hatten, haben wir noch einen Moment in dem leeren Raum gestanden und an euch gedacht.

Wieder war ein Teil von eurer Gemeinsamkeit nicht mehr da.

Meike und Manfred nahmen Dennis Sachen mit und wir Deine. 

Nun hieß es für uns, lernt mit diesem Schicksal und Schmerz zu leben.

Der Alltag kam für alle Freunde und Verwandte, nur für uns nicht, die Besuche von den Freunden wurden immer weniger, weil sie ja auch wieder zur Arbeit mussten.

Papa und ich waren oft alleine und weinten.

Wir mussten nun zum Anwalt um alles zu klären nun begann ein harter Kampf mit der gegnerischen Versicherung. Hatten wir nicht schon genug Kummer? Mussten wir nicht schon genug um euch weinen.

 Dann fuhren wir zu Frau Peschke der Steinmetzerin.

Wir sprachen alles mit Meike und Manfred ab und entschieden welch einen Stein wir für euch wollten.

Da ihr beide unsere Engel seit, wollten wir den Stein als Engelsflügel und so wurde er ja auch gemacht. Immer wieder mussten wir weinen, wenn der Stein weiter seine Formen an nahm.

Es war so schrecklich eure Namen auf diesen Stein zu sehen, wieder wurde es uns bewusst, das ihr nicht mehr da seit.

Immer und immer bekommt man es irgendwo zu spühren und sehen das ihr nicht mehr da seit und es gibt einen schmerzhaften Stich direkt ins Herz.

Nach einiger Zeit erzählte Oma mir das Du bei ihr warst.

Ich habe sie zuerst etwas pikiert angeschaut.

Oma erzählte:

Ich weiß nicht ob ich wach war, oder ob ich geträumt habe, aber es war so, das ich wach wurde weil Dani mir über die Wange streichelte und sagte :

 Oma sag Bitte Mama und Papa, das es mir gut geht und das wir da wo wir sind, glücklich sind und das ich bei dem Unfall zu Dennis gesagt habe:

Schatzi ich muss jetzt gehen und Dennis sagte :Warte ich komme mit Dir, ich liebe dich doch.

Ich kann nicht sagen ob Oma geträumt hat oder was auch immer passiert ist.Aber ich weiß eines:

Keiner weiß, was zwischen Himmel und Erde geschieht.

Auch Papa und ich haben komische Dinge erlebt. Mögen uns einige komisch anschauen dafür, aber das macht nichts.

Papa hat es schon ganz oft erlebt, das wenn er ins Bad musste, nicht gehen wollte weil er gedacht hat ich geh, wenn ich dieses oder jenes fertig gemacht habe, aber etwas in  ihm sagte immer: geh jetzt:und wenn er dann ging und das Licht im Bad anmachte und das Radio anging, spielte dann immer euer Lieblingslied "Ayo technology"

War das Zufall???

Die Tage vergingen ohne das wir es bemerkten. 

Papa und ich waren immer noch krankgeschrieben, das war kein Problem. Papas Chef rief an und fragte wie es uns ging und sagte Papa könne so lange zu Hause bleiben wie er es braucht.

Ich bekam Besuch von meinem Gruppenleiter und zwei Kollegen.

Auch mir wurde gesagt, das ich mir so viel Zeit nehmen solle wie ich es brauchte das war total lieb.

Nach 6 Wochen Krankschreibung und meinem Urlaub wollte ich dann wieder anfangen zu arbeiten. Dann passierte es ja das André ( Der Sohn meiner besten Freundin) ganz plötzlich starb mit 26 Jahren.

Wir haben Sylka dann mit allem geholfen, wir wussten ja leider wie alles geregelt werden muss.

Die Welt brach wieder zusammen für mich und ich musste mich weiter krank schreiben lassen.

Die Beerdigung von André war für uns als wäre es deine gewesen, es war so schrecklich für uns.

André bekam dann ja seinen Garten ( Grab) neben euch.

Wir haben gesagt das Ihr drei dort zusammen sein solltet und zudem war es ja nicht nur das er der Sohn meiner besten Freundin Sylka war, sondern auch noch Manfreds Arbeitskollege seit 10 Jahren war und die beiden sich sehr gut verstanden haben.

So schloss sich der Kreis.

Als ich dieses meinem Gruppenleiter mitteilen musste, war dann die doch so nette Ader versiegt und es hieß meine Arbeitsstelle wäre in Gefahr.

Ich rief dann an höherer Stelle an um zu fragen wie es nun aussehe.Dort klang es aber ganz anders: Meine Arbeitsstelle wäre zu keiner zeit in Gefahr, ich hätte einen ausgezeichneten Ruf bei den Chefs.

Was nur hätte passieren können wäre, das wenn ich eine lange Auszeit gebraucht hätte sie mir nicht versprechen konnten das ich in der Gruppe weiter arbeiten hätte können. So bin ich aus der Angst heraus wieder angefangen zu arbeiten, ich wollte in keine andere Gruppe.

Also fing ich wieder an zu arbeiten,das gebrochene Bein was Du (Dani hieß) war für die meisten Kollegen verheilt und es wurde nicht mehr über Dich gesprochen.Dich gab es einfach nicht mehr.Was es für mich bestimmt nicht einfacher machte. Es machte mich noch trauriger und krank.

Dann hieß es auf einmal, die Kollegen könnten nicht mehr mit mir klar kommen. Komischerweise hatte kein Kollege Probleme mit mir, als ich sie daraufhin ansprach.

Ich fand das alles sehr merkwürdig. 

Ich machte meine Arbeit und gut war. Ich lernte das Du kein Thema sein durftest in der Gruppe. Wer sich aber immer mal wieder nach meinem Befinden erkundigte war die Schwester der beiden obersten Chefs, sie war immer sehr lieb und einfühlsam und es tat mir sehr gut.

Sie fragte ob ich um Dich weinen konnte bei der Arbeit, ich erzählte ihr wie das Verständniss dafür war und das wenn ich weinen musste ich einfach raus ging.

Sie konnte es kaum glauben.

Papa fährt seit dem kein Reisebus mehr nur noch Schulbus. Er sagt er möchte die Zeit lieber zu Hause mit mir verbringen und nicht auf der Straße.

Wie ich ja schon sagte, haben wir uns verändert, Papa hat sich so verändert das er der Lieblings Busfahrer der Kinder ist. Wenn es nach den Kindern ginge, sollte er jede Buslinie zu den Schulen fahren, was ja nicht geht.

Aber Papa freut sich immer über die Äußerungen der Kinder, sie malen ihn sogar kleine Bilder mit Glitzer und drauf steht Lieblings Busfahrer. Nur das hält ihn, zu fahren. Sie haben sogar auf der Homepage geschrieben.

Am 22.10.2009 bekamt ihr euren Stein.Papa und Manfred waren dabei und sie wollten dann euren Garten (Grab) schon fertig machen mit dem Fließ und den weißen Steinen.

Meike und ich konnten nicht dabei sein, weil wir konnten die arbeiten auf eurem Grab nicht ertragen. Es musste Erde abgetragen werden also musste auch darauf gelaufen werden.

Wir sind dann zum Gärtner und haben schöne Blumen und Bäumchen für euch ausgesucht.

Als wir dann zum Grab kamen mussten wir bitterlich weinen,nun war es endgültig.

Eure Namen,eure Geburts und Sterbedatum standen nun schwarz auf weiß vor uns mit dem Bild von euch.

Es tat so weh, auch wenn der Stein wunderschön ist. 

Wir haben dann euren Garten gestaltet mit all unserer Liebe und euren Farben, für dich kleine Maus, Rosa und für Dennis rot.

Wieder vergehen die Tage.

Wir sind jedes Wochenende bei dir in Leck und an der Unfallstelle und auch jedes Mal wenn wir zwischendurch in Leck sind, Ihr sollt es immer schön haben.

Immer wieder macht die Trauer mich krank, ich hatte eine schwere Lungenentzündung und musste fast 5 Wochen das Bett hüten.

Ende November wurde ein Fernsehjournalist der ein Grab besuchen wollte auf euch aufmerksam.

Er fand eure Ruhestätte so schön, das er die Geschichte" Das schönste Grab Deutschlands " schreiben wollte.

Die Friedhofsgärtnerin erzählte dem Journalisten von der Unfallstelle wo es passiert ist.

Er fuhr sofort dort hin und machte Fotos von den ganzen Blumen und Bildern die für euch hingestellt worden waren.

Fuhr dann wieder zurück zu euch und traf durch Zufall auf Meike.

Als er dann die ganze tragische Geschichte von Meike hörte, fragte er ob er über euch schreiben durfte.

Meike informierte uns sofort und wir vier waren uns einig das er es unter unseren Vorrausetzungen schreiben durfte.

Kurze Zeit später meldetet der Journalist sich und es wurde dann über euch geschrieben und im Fernsehen berichtet.

Unsere Gedanken bei dem ganzen war, das wir damit Zeigen wollten, wie schnell so etwas schreckliches durch Unachtsamkeit und Gedankenlosigkeit passieren kann.

Das man das Allerliebste was man besitzt, verlieren kann und unendlich viele Menschen traurig, hilflos und voller Schmerz zurück bleiben.

Es hinterlässt eine riesige, blutige, niemals heilende Wunde im Herzen.

Nun näherte sich Weihnachten!

Das Herz wurde täglich schwerer, weil jeden Tag kam der Gedanke " Dani wir müssen ohne Dich das erste Weihnachten feiern"

Ich wollte keine Weihnachtssachen aufstellen, weil ich dachte, für wen, du warst ja nicht mehr da.

Aber an einem Tag, saß ich still in der Küche und ich hörte deine Stimme in meinem Kopf, die mir sagte: Mama Du machst es doch Weihnachtlich, ich möchte es. Unter Tränen habe ich es dann auch gemacht. Aber es viel mir so schwer und ich hatte keine wirkliche Freude dabei.

Wir wollten auch eigentlich keinen Tannenbaum, aber im Hospiz, wo wir in der Gruppe für verwaiste Eltern sind, hörten wir eine Geschichte, die uns umstimmte.

Es war so, das aus dem Tannenbaum ein geschmückter Zweig herausgeschnitten wurde und dieser an das Grab des Sohnes gebracht wurde.

Damit sollte gezeigt werden, das ein Teil vom ganzen fehlte und die Verbundenheit von  dem zu Hause zum Sohn hergestellt wurde.

Dieses fanden wir so schön das wir dann doch einen Tannenbaum kauften, einen Zweig herraus schnitten, um ihn zu Dir zu bringen .

Um zu Zeigen was uns vom Ganzen fehlte, hängten wir ein Bild von dir, an der Stelle wo der Zweig fehlte.

Das gleiche machte Britta auch.

Heiligabend kam und bevor wir zu Britta fuhren, wollten wir Rita und Bubi ein schönes Weihnachtsfest wünschen, so gut es ihnen möglich war, da Rita ja sterbenskrank war..

Wir waren so erschrocken, als wir Rita sahen.Wir hatten sie zwei Tage nicht gesehen und es ging ihr nun so schlecht, das wir uns in Gedanken von ihr verabschiedet haben und sie nochmal ganz lieb gedrückt haben.

Unser Herz war nun noch schwerer, weil wir wußten das sie dir nun auch bald folgte.

Dann fuhren wir zu Britta und Hans Jürgen, dort waren alle deine Tanten und Onkel und Oma und Werner.

Es war das erste mal seit fast 20 Jahren das alle wieder zusammen waren an Weihnachten.

Sie waren alle gekommen um uns Weinachten nicht alleine, zu lassen.

Wir haben dann alle gemeinsam, die beiden Zweige zu euch an die Ruhestätte gebracht und ein Weihnachtslied für euch gesungen.

Wir haben viel über dich gesprochen und um Dich geweint, aber gemeinsam haben wir uns alle getröstet und es so schön gemacht wie es irgend ging.

Wir haben dich so vermisst, dein lachen dein Gesicht wenn du Geschenke ausgepackt hast. Immer wieder hatten wir die Bilder vom letzten Jahr vor Augen, wo noch alles Gut war.

18 Jahre warst du immer Weihnachten zu Hause und wir konnten uns immer über dich freuen und lachen.

Jetzt konnten wir nur noch weinen.

Weil du nicht da warst.

Papa bekam von mir die Kette mit der Fotogravur von dir. 

Er hat geweint vor Freude,weil so hat er dich immer bei sich.

Wir fuhren dann nach Hause, erleichtert und dankbar das wir diesen Abend nicht alleine verbringen mussten.

Am nächsten Morgen um 9:00 Uhr bekamen wir die Nachricht von Bubi, das Rita, dir gefolgt war, sie war für immer eingeschlafen.

Wieder wurde unser Herz ein Teil schwerer und es wurde uns zum vierten mal in diesem Jahr ein Mensch genommen, der uns was bedeutet hat.

Einige Tage später war dann die Beisetzung von Rita. Ich hoffe Rita ist nun bei Dir und muss nicht mehr leiden.

 Ich brauchte Weihnachten und Silvester nicht arbeiten was nur gut war.

Silvester wollten Papa und ich nicht feiern ohne Dich,Du warst immer dabei und wir konnten es nicht ertragen.

Aber der Tag fing schon so schlimm an, ich fing schon morgens an zu weinen und weinte den ganzen Tag bis spät in die Nacht.

Papa und ich gingen um Mitternacht nach draußen, nicht um die Raketen zu sehen oder anzustoßen, wir schauten in den Himmel um an Dich zu denken und die Sterne zu sehen.

Danach sind wir traurig ins Bett gegangen.

Gott sei Dank hatten wir diesen Tag hinter uns gebracht.Es war soo schrecklich. Wir haben Dich so vermisst.

Nun kam der Januar und die Geburtstage kamen.

Meinen Geburtstag konnte ich nicht feiern, es tat zu sehr weh, das du nicht dabei sein durftest.

Es kam kein Anruf von Dir oder eine SMS. Nichts, wieder Nichts.

Nun kam Dennis Geburtstag am 12. Februar, auch für Meike und Manfred wieder nur die Hölle.

Mausilein, ich hasse jeden Tag ohne Dich.

Wieder wurde ich Krank, diesmal eine schwere Bronchitis, immer wieder ist man krank weil die Seele es nicht aushalten kann.

Wir hatten zu Dennis Geburtstag ganz viel Schnee und eure Ruhestätte sah aus wie ein kleines Dorf mit lauter Schnee auf den Dächern. Eure Laternen sorgten für wunderschönes Licht im Schnee.

Wieder verging die Zeit ohne Dich, manchmal vergingen ein Paar Tage wo wir nicht weinen musste, aber immer an Dich denken musste.

Plötzlich holte es uns wieder ein und wir konnten wieder nur weinen.

Wir sehnten uns nach dem Frühling um eure Ruhestätte wieder schön zu machen. Wir konnten den Schnee langsam nicht mehr sehen und es hielten keine Blumen bei dem Wetter.

Immer wieder dachten wir an euren Todestag, mit Angst.

Wie würde es sein, was passiert mit uns an diesem Tag.

Immer wenn das Martinshorn oder der Hubschrauber zu hören war bekamen wir ein ganz schreckliches Gefühl in uns und wir dachten an den Tag, weil wir ja alles an dem Tag mitgehört hatten.

Wenn Papa unterwegs ist und ich ein Martinshorn von der Feuerwehr oder Krankenwagen oder Hubschrauber höre bekomme ich wieder diese schreckliche Angst, das auch er mir genommen werden könnte.

Wir gingen wieder zur Arbeit, auch wenn es immer noch keinen Spaß machte.

Nun kam Papas Geburtstag.

Ich hatte einige enge Freunde eingeladen, ohne das Papa es wusste, um ihn ein bisschen Freude zu schenken.

Aber ich merkte schnell, das Papa sich nicht wirklich freuen konnte.

Seine Gedanken waren bei seinem letzten Geburtstag, seinem 50. Bei Dir.

Er vermisste Dich so sehr, letztes Jahr hattest du für Papa ein ganzes tolles Frühstück für ihn und seine Kollegen gemacht, du hattest alles schon fertig gemacht, den Tisch  schön gedeckt, Brötchen geschmiert Kaffee gekocht und  als Papa in die Firma kam war er total überrascht und so, so stolz auf dich.

Er hatte sich so gefreut.

Dieses Jahr war nur Traurigkeit.

Ich wurde wieder Krank,meine Kräfte waren am Ende.

Als ich mich krank meldete bei meinem Gruppenleiter, schrie er mich ohne Grund an und knallte den Hörer auf. 

Was war geschehen? Warum so eine Reaktion?

Naja ich dachte nur, vielleicht brauchte er das.

Einige Zeit später rief mich mein oberster Chef an und fragte, wie es mir geht und was geplant wurde. Er war im Gegensatz zu meinem Gruppenleiter sehr nett und Verständnisvoll und wünschte mir gute Besserung. 

Nun waren es nicht einmal mehr 4 Wochen bis zu eurem Todestag und die Angst wurde immer Größer.

Die Gedanken kamen immer öfter, sehen wir all die schrecklichen Bilder wieder vor uns, erleben wir diesen Tag genau so wieder? 

Fragen über Fragen zermarterten unser Hirn.

Nur noch 3 Tage.

Einen Tag vor dem 14.06. ging es mir schon beim aufstehen so schlecht, meine Gedanken waren nur bei euch ich konnte den ganzen Tag nur weinen. Ich weiß nicht, warum, einen Tag vorher.

Ich kann nicht beschreiben was in mir vorging ich weiß nur es tat so

WEH.

An diesem Tag, hatte ich plötzlich das verlangen, in deine Sachen zu schauen und all deine schönen Sachen auf deinen geliebten weißen Tisch zu legen und mit ganz vielen Kerzen zu schmücken.

Es kostete viele Tränen, aber ich wollte es unbedingt für Dich.

Vielleicht kannst du es sehen, von da aus wo auch immer du bist.

"Wo bist Du, Warum bist Du nicht hier bei uns"

Es war der 14.06.2010

nun war es genau ein Jahr her das Du und Dennis nicht mehr bei uns sein durftet.

Wir trafen uns mit all deinen Freunden und Friedjof ( Unserem Pastor, der dich eingeschult und auch konfirmiert hat) an eurer Stätte.

Manfred und Meike konnten es nicht.

Alle zündeten eine Kerze an und Friedjoff sprach ein Paar Zeilen für Euch.

Papa viel es sehr schwer, aber er hatte noch eine Überraschung für Euch.

Dennis Sandkastenfreund Simon der auch das Lied Ayo Technology in der Kirche gesungen und gespielt hat,

hatte für Euch, euer Lieblingslied umgeschrieben und im Studio neu aufgenommen.

Mit deutschem Text über eure gemeinsame Zeit.

Papa hatte deinen Gettoblaster mit und das wunderschöne Lied vorgespielt.

Alle mussten weinen, weil es so traurig, aber doch so schön war.

Dieses haben wir ja dann als Dankeschön, als erstes Lied auf Eure Homepage gestellt.

Jeder kennt nun euren Song und wir haben ihn als Klingelton auf unserem Handy.

Danach sind wir zu uns nach Hause gefahren und mit deinen Freunden und Familie über die schöne Zeit mit Dir gesprochen.

Wir haben gelacht und geweint über die Geschichten die jeder erzählt hat.

Als abends alles vorbei war, kamen Meike und Manfred noch vorbei und wir sprachen gemeinsam über diesen Tag.

Es kostete viel Kraft und Tränen.

Nun kam der Juli und Papa und ich wollten zu deinem Lieblingsort. Wir waren uns nicht sicher ob wir es ertragen konnten, das Du nicht mit warst, aber wir wollten es unbedingt versuchen.

Wir fuhren los.

Als wir ankamen wurde es uns doch sehr schwer ums Herz. Wir sahen Dich an deiner Lieblingspalme, am Strand und überall.

Nach 16 Tagen entschieden wir uns wieder nach Hause zu fahren, aber wir nahmen noch ein Blatt von deiner Palme mit und auch ein Stück vom Berg.

Dieses brachten wir dir dann zur Ruhestätte.

Um uns noch ein wenig zu erholen fuhren wir nach Dänemark zu Rita und Dres auf den Campingplatz.

Das konnten wir beide besser aushalten, es war ja auch nicht so weit von Dir und zu Hause, wo alle Bilder Sachen und Erinnerungen waren.

 

Der 22.08.2010 - Dein Geburtstag

  Papa und ich waren wieder unendlich traurig, dieses Jahr wurde es uns noch bewusster wie letztes Jahr.

Ich hatte immer nur die Frage im Kopf: Warum durfte ich dich zur Welt bringen, wenn du mir sowieso wieder genommen wurdest.

Schmerz, Schmerz, Schmerz 

Wir haben Dir ein wunderschönes Gesteck aus Rosen gemacht und zu Dir gebracht und

Ella brachte Dir zwei große Herzballons , Freunde stellten viele schöne Blumen hin.

Als Abends nur noch Onkel Todi, Sandra, Sandrina, Birger,Papa und ich alleine waren, fuhren wir auf den Großen Sportplatz und schickten dir eine Himmelslaterne mit einem Kärtchen und eine Rakete, die wir extra für deinen Geburtstag aufgehoben haben.

Es war wunderschön zu sehen, wie sie zu Dir in den Himmel flogen, wir hielten uns alle gegenseitig bis die Himmelslaterne nicht mehr zu sehen war.

 

Nun wärst du 20 Jahre alt geworden und

hättest dein ganzes Leben noch vor Dir.

Wir lieben Dich über alles und besuchen Dich so oft es geht !

Aber im Herzen bist Du immer bei uns.

MAMA und PAPA

 

Dieses war nun etwas über ein Jahr, ohne Dani!

Wir vermissen und Lieben unsere kleine Maus, Dani unendlich !

 

Nach oben

Dies ist eine kostenlose Homepage erstellt mit hPage.com.